Schutzarten

Zu den Schutzarten von Leuchten

schutzarten teulexikonEine sorgsam geplante Bürobeleuchtung vereint Ergonomie und Sicherheit. Unter Sicherheit ist hier insbesondere der Schutz vor elektrischen Schlägen zu verstehen. Aber auch der Schutz vor Berührungen, Eindringen von Fremdkörpern sowie Wasser von außen. Wie so oft in der Lichtplanung hat man es auch hier wieder mit Begriffspaaren zu tun, die zwar ähnlich klingen, aber etwas völlig anderes bezeichnen: Die Schutzklasse gibt Auskunft darüber, wie die Leuchte gegen elektrische Schläge gesichert ist. Die Schutzart wiederum informiert mit einem kurzen Code über den Schutz gegen Eindringen von Fremdkörpern, Berührung und Wasser.

In diesem TeuLexikon-Eintrag beschäftigen wir uns ausschließlich mit Schutzarten! An anderer Stelle haben wir aber natürlich auch wichtige Informationen zu Schutzklassen für Sie zusammengefasst.

schutzarten

Damit klar ist, worum es geht: Die Schutzart finden Sie auf Ihrem Gerät bzw. dessen Verpackung oder in der Betriebsanleitung als Kürzel angegeben. Ein Beispiel: IP65. Nur vier Zeichen lang, verrät dieser Code bereits eine ganze Menge darüber, was die Leuchte so alles aushalten sollte. Insbesondere kann auf Basis der Schutzart eine Einschätzung darüber möglich sein, in welchen Bereichen die Leuchte störungsfrei installiert werden kann. Auf der nebenstehenden Beispielabbildung ist links zu sehen, wie die Schutzart auf einem Gerät angegeben sein kann. Rechts daneben finden Sie DIN- und VDE-Vorschriften, nach denen die Schutzarten geregelt sind.

Schutzarten sind international normiert

Entschlüsseln wir das Kürzel am besten gemeinsam. Es fängt sogar ganz einfach an: IP steht als Abkürzung für International Protection. Bei unserem Beispiel hat man es nämlich mit einem sogenannten International ProtectionCode zu tun. IP ist vereinzelt auch als Abkürzung für Ingress Protection (dt. etwa Eintrittsschutz) zu finden.

Die beiden Ziffern dahinter wiederum enthalten konkrete Informationen zur Abdichtung der Leuchte. Die erste Ziffer (6) sagt aus, gegen welche Art von Berührungen das Innenleben des Geräts geschützt ist. Die zweite Ziffer (5) enthält die entsprechende Information bezogen auf Wassereinwirkung.

Man kann das Ganze so zusammenfassen: Je größer die erste Ziffer, desto kleiner der Körper, vor dessen Eindringen die Leuchte geschützt ist. Und je größer die zweite Ziffer, desto stärker die Wassereinwirkung, der die Leuchte standhalten können soll.

Tabellarisch sähe das wiederum ungefähr so aus:

Ziffer
1
Schutz gegen Berührung / EindringenZiffer
2
Schutz vor Wasser
0Kein Schutz0Kein Wasserschutz
1Geschützt gegen den Zugang mit dem Handrücken
Geschützt gegen feste Fremdkörper mit Durchmesser ab 50 mm
1Schutz gegen senkrecht fallendes Tropfwasser
2Geschützt gegen den Zugang mit einem Finger
Geschützt gegen feste Fremdkörper mit Durchmesser ab 12,5 mm
2Schutz gegen fallendes Tropfwasser, wenn das Gehäuse bis zu 15° geneigt ist
3Geschützt gegen den Zugang mit einem Werkzeug
Geschützt gegen feste Fremdkörper mit Durchmesser ab 2,5 mm
3Schutz gegen fallendes Sprühwasser bis 60° gegen die Senkrechte
4Geschützt gegen den Zugang mit einem Draht
Geschützt gegen feste Fremdkörper mit Durchmesser ab 1,0 mm
4Schutz gegen allseitiges Spritzwasser
5vollständiger Schutz gegen Berührung
Geschützt gegen Staub in schädigender Menge
5Schutz gegen Strahlwasser (Düse) aus beliebigem Winkel
6vollständiger Schutz gegen Berührung
Staubdicht
6Schutz gegen starkes Strahlwasser
7Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen
8Schutz gegen dauerndes Untertauchen

Diese Informationen sind übrigens in der DIN EN 60529 geregelt. Konsultieren wir mit unserem Beispiel im Hinterkopf diese Tabelle, stellen wir fest: Eine Leuchte mit IP65 ist staubdicht und gegen Düsenstrahlwasser aus beliebigem Winkel geschützt.

In der Lichtpraxis haben viele Feuchtraumleuchten und Wannenleuchten diese Schutzart. Eine Leuchte mit IP65 kann daher in Werkstätten oder Kellern hervorragend aufgehoben sein. Also genau in solchen Bereichen, die der Witterung ausgesetzt sein können.

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